28. August 2010

Tagesbericht verfasst um 24:00 Uhr in Egilsstadir, Island
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Myvatn: wo die Erde sich zweiteilt


Prolog

Da sitze ich nun spätabends in Egilsstadir bei einem Bierchen. Auf der Kamera lasse ich die letzten sechzehn Stunden Revue passieren. Mensch war das ein Tag! Ein gewollt langer Tag, wo auch das Wetter schlussendlich mitspielte. Soviel erlebt und nun müde aber auch zufrieden.

Morgen Sonntag wird ein Ruhetag eingelegt. Und weil all die Eindrücke sowieso nicht in einen Tag passen, werden sie auf zwei Tage verteilt. Also morgen Sonntag folgt der zweite Teil von heute Samstag...



 
 
 
 
 
 

Zuerst breche ich mein Versprechen mit dem letzten Torfgehöft in den Berichten... Aber da traf ich total unerwartet Jürgen am Myvatn. Ich wusste gar nicht, dass es in Grenjadarstadur noch ein weiteres solches Gehöft gibt. "Da müssten wir aber ziemlich bald hin, sonst ist das Licht weg." meinte Jürgen. Das haben wir dann auch gemacht. Und: endlich mal jemand, der auch mit dem wandernden Tageslicht reist!

 
 
 
 

Danach fuhren wir wieder unsere eigenen Wege. Und nachmittags war das Wetter oben an der Krafla besser. Hier trennt sich die Erde in zwei Teile: links die amerikanische Kontinentalplatte, rechts die europäische. Die Spalte verläuft hier ausnahmsweise gut sichtbar fast genau in nord/süd Richtung.

 
 
 
 

Die Erde bricht immer wieder auseinander und es entstehen grosse Lavaflüsse. So reihen sich in der Gegend von Leirhnjukur Krater, Spalten und alle möglichen Eruptionsformen aneinander. Zudem gibt es an gewissen Stellen heisse Dampfquellen, welche die neue schwarze Lava mit Mineralien wieder hell einfärben.

 
 
 
 

Den geothermalen Hügel im Leirhnjukur Gebiet hat die Lava immer umflossen. Wie eine Insel ragt der Hügel mit seinen braunen Farben aus den schwarzen Gesteinsfeldern. Hier blubbert und zischt es seit ein paar Jahren wieder mehr.

 
 
 
 

Ein Teil der Erdwärme wird auch genutzt. Auf dem Weg hoch zum Krafla-Gebiet sieht man das geothermale Kraftwerk. So führen von den Bohrlöchern die Leitungen zum Turbinenhaus. 60 Megawatt Strom gehen inzwischen ins öffentliche Netz.

 
 
 
 



Dampfschwaden über bizarren Lavaformen - wo die Erde jährlich um zwei Zentimeter auseinander driftet.