8. Juli 2010

Tagesbericht verfasst um 24:00 Uhr am Jökulsarlon, Island
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Gletschereis von oben bis unten

 
 
 
 
 
 

"Wieso gibt es ausgerechnet hier so viele Gletscher? Es ist doch fast 15 Grad warm. Das Eis müsste schmelzen?" fragt mich der Belgier als wir an der Gletscherzunge standen. "Auf dem über tausend Meter hohen Berg Vatna fällt viel Schnee und dieser Schnee wird zu Eis. Und wenn sich genug Eis bildet, fliesst es ganz langsam zu Tal. Wir sehen hier also nur das schmelzende Ende des Gletschers." erklärte ich.

 
 
 
 

Einige Gletscherzungen fliessen durch ein Tal und sehen am Ende aus wie in den Alpen, zum Beispiel am grossen Aletschgletscher. Das besondere bei vielen isländischen Gletschern: sie enden in einem See und 'kalben' dann Eisberge darin. Das ist ein Gletscher wie man ihn sich vorstellt. Fast saubere Eisberge schwimmen im Wasser.

 
 
 
 

Ein Gletscher ist aber auch so etwas wie ein 'Hobel' und eine 'Transportmaschine'. Er schabt Unmengen von Gestein ab und transportiert dieses ins Tal. An solchen Stellen ist die Gletscherzunge entweder total grau oder schwarz. Eis und Gestein lassen sich kaum unterscheiden. Eine riesige Schutthalde.

 
 
 
 

Auch auf dem Gletscher selber türmt sich Material. Die Pyramiden darauf nennen sich (soviel ich mich erinnere) Ablationskegel. Durch die vielen Vulkanausbrüche in den letzten tausend Jahren, ist viel schwarze Gesteins-Asche mit dabei. Die typische isländische Gletscherzunge ist somit an einigen Stellen fast völlig schwarz.

 
 
 
 

Aber das interessiert die meisten Besucher kaum, und sehen auch nie eine richtige Gletscherschutthalde. Der reine schöne und fotogene Gletscher produziert bunte Eisberge, welche dann im See treiben. Das ist auch mit dem Auto bequem erreichbar. Eindrücklich sind beide Arten der Gletscherzungen auf jeden Fall.

 
 
 
 



Eis in allen Formen und Farben - samt Spiegelung.