28. Juni 2010

Tagesbericht verfasst um 22:00 Uhr in der Tjørnuvik, Färöer Inseln
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Durch den Nebel zum Staatsbesuch

 
 
 
 
 
 

Der Tag begann, wie der letzte geendet hatte: Nebel und Regen. Bei diesem Wetter gibt es nicht allzu viel zu erleben und ich liess es gemütlich angehen. Meine alte färingische Wetterregel besagt: "Ist es auf dieser Seite der Insel nicht gut, dann fahr auf die andere Seite. Es könnte komplett anders sein."

 
 
 
 

Einerseits war es dann in Westmanna drüben trocken, doch ich musste mir den Weg zum Hafenparkplatz durch eine Gruppe Fähnchen haltender Menschen bahnen. Und hinten beim Parkplatz standen noble Limousinen bereit. Was mag denn hier los sein?

 
 
 
 

Also fragte ich einen der Fahrer. "Die dänische Königin Margrethe ist zu Besuch. Wenn Sie einen Moment warten, wird sie vom Gebäude vorne hier ins Café kommen. - Woher kommen Sie denn?" fragte er. "Aus der Schweiz" antwortete ich, "ja, und ich finde es schön, dass auch hier für die Sicherheit nicht ganze Orte abgeriegelt werden."

 
 
 
 

Wenig später erschien Margrethe, geführt vom Bürgermeister von Westmanna. Dass im Foto die Kinder vor allem dänische Fähnchen trugen, war Zufall. Es waren eher mehr färingische Fähnchen da. Sie (wie die Erwachsenen auch) wollten einfach nur eine richtige Königin sehen. Wer Interesse daran hatte, war am Hafen - wer nicht, eben nicht.

 
 
 
 

Die Färöer und ihre Unabhängigkeit sind ein altes Thema. Es gibt vehemente Streiter für die Unabhängigkeit. Gerne wird dabei vor allem die finanzielle Seite ausgeblendet: rund ein Viertel der färingischen Staatseinnahmen zahlt der dänische Steuerzahler. Und so alle 15 Jahre ginge der Kleinstaat bankrott, da die Haupteinnahmequelle (die Fische) ausblieben. Ich glaube, dass das Miteinander auch für die Zukunft ein guter Weg ist. Die Färöer geniessen wie Grönland den Sonderstatus der Teilautonomie.

 
 
 
 



Die dänische Königin Margrethe fährt weiter in Richtung Schule.