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Der letzte Islandtag
Es ist der letzte volle Tag auf Island. Mich zieht es nochmals
hinaus. Früher war ich jeweils viel zu früh am Fähranleger in
Seydisfjördur. Diesmal sicher nicht. Mich ruft die Weite und die kleinen
Dinge am Wegesrand. Wollgras.
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Es ist gerade die Schwierigkeit, die Anstrengung und die Zeit
welche es kostet. Das macht für mich Island aus. Wenig wird geschenkt und
kein Tag ist in seinem Geschehen voraussehbar. Auch der Heutige nicht.
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Es ist schwierig mich zu trennen. Auch wenn der Bus schon
lange Schatten wirft. Mich hält es hier. Da nützen noch so viele Fotos
nichts. Das ist das echte Island, ein Land das mich in seiner Art geprägt
und auch verändert hat. Deshalb zieht es mich wieder hierher.
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Es ist wie verflixt. Will ich nun den letzten Streckenabschnitt
unter die Räder nehmen? Ich halte wieder an, ein Dutzend Mal oder auch
mehr. Und kaum ein Stück weiter stoppe ich erneut, hänge am Fenster.
Gucke, schaue, geniesse, staune.
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Es ist, als ob es mich nicht gehen lassen will, das diesjährige
Island. Und obwohl überall schon Wolken hängen, reisst diese Bucht
auf und taucht Teile in ein farbiges Licht. Ein fulminanter Abschluss um den
ich nicht gebeten habe, der das Wegfahren nur schwieriger macht.
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Es ist diese Natur, die mich in den Bann zieht und die Weite,
welche mich nicht gehen lässt. Ja, ich habe mir dieses Mal schon fast jeden
fotografischen Traum erfüllt. Und dennoch kann ich es nicht lassen. Zwei
oder drei Stunden sind wieder um. Zu Hause werde ich das echte Island nicht
mehr haben. Es gibt keine verlorene Zeit - es gibt auch keine gewonnene Zeit.
Zeit hat hier eine andere Dimension, eine natürliche.
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Es ist bestimmt diese Weite. In Seydisjfördur stehen
sicher 18 Stunden vor der Abfahrt die Hälfte der Passagiere bereits
halbwegs bereit. Viel zu früh, wie ich früher. Ich bin noch unterwegs
und werde wahrscheinlich als allerletzter auf die Fähre rollen. Ich weiss
auch wieso.
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Vielleicht ist dies die letzte Islandreise. Nein, ich habe längst noch nicht
genug.
Aber man weiss nie. Dinge ändern schnell. Ich komme wieder. Irgendwann,
irgendwie...
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